James Dutch betrat den Konferenzraum. Alle Anderen hatten bereits auf ihn gewartet. Dort drüben saß der Vertreter aus Kanada, einer seiner engsten Freunde. Er lächelte ihm aufmunternd zu. Weniger freundlich wirkte der Präsident der USA, und ihr Gastgeber. “Herr Dutch, wir warten bereits seit einiger Zeit auf sie” bemerkte er spitz. James murmelte eine kurze Entschuldigung, irgendwas über Stau und dichten Verkehr. “Monsieurs, können wir dann beginnen?” fragte dann Frankreichs Vertreter mit einem starken Akzent. Er klang äußerst ungeduldig. James betrachtet alle diese Männer und Frauen. Er kannte den Namen jeden einzelnens, ihre Herkunft und oftmals ihre Geschichten. Sie waren die wichtigsten Politiker der ganzen Welt. Mit Ausnahme von Asien, natürlich. Kein asiatisches Land hätte es verdient, auch nur eine einzige Stimme in diesem Rat zu haben. Soweit er wusste, hatte sich jedes einzelne Land dort sich mit Russland verbündet. Und Russland war das Problem, warum sie sich hier überhaupt versammelten, Grund für den widerwärtigen Vorschlag, den er vorbringen müsste. Er knurrte fast bei dem Gedanken. Er straffte die Schultern und atmete durch. Erneut führte er sich vor Augen, warum er das machte. Wegen Russland. Es war alles Russlands Schuld. Russland hatte Rache geschworen. Für den Mord an ihrem König. James sah erneut zu dem Präsidenten, welcher auf seinem Stuhl saß, fast wie auf einem Thron. Dann setzte er sich selber auf seinen Stuhl, an der Seite des Präsidenten. Malcolm Grant, in der zweiten Amtsperiode. Er war es, der den Befehl gab, den russischen König ermorden zu lassen. Er mochte die Idee nicht, das Russland zurück zum System der Monarchie zurückkehrte. Das hatte die USA nie gemocht, war sie es doch, die versuchte jedem Land die Demokratie aufzuerzwingen. Und nun schien es, dass sie zu weit gegangen waren und ein dritter Weltkrieg bevorstand. Nach fast 250 Jahren eines unsicheren Friedens. Malcom Grant erhob sich nun und schritt zum Rednerpult, in der Mitte der Halle. Er fing an, alle Anwesenden vorzustellen. Doch es war nicht James erste Konferenz und so kannte er bereits alle. So nutzte er die Zeit, um sich etwas genauer im Raum umzusehen. Es lag ein gewisser Geruch von Zigarren im Raum und er fragte sich, wer hier wohl geraucht hatte, obwohl es doch verboten war. Alle diese Politiker saßen da, mit ernsten Minen, konnte die kommenden Rede doch den Lauf der Geschichte ändern und über das Schicksal der Menschheit entscheiden. Das Rednerpult wurde wohl erst vor wenigen Stunden poliert. Denn schließlich war dies ein sehr wichtiger Anlass, und das Pult wurde von vielen wichtigen Menschen aus der ganzen Welt angesehen, es hätte unpassend ausgesehen, wenn es dreckig gewesen wäre. Einige dieser Leuten waren schon einmal bei so einer Besprechung dabei gewesen. Internationale Kriegsführung. Ein schweres Thema. Andere jedoch waren neu, mussten ermordete oder abgetretene Vorgänger ersetzen. Doch alle waren sie nun hier. Und erwarteten das Beste. Oder das Schlechteste. James Gedanken richteten sich jetzt zurück auf den Präsidenten. Er kam bereits zum interessanteren teil seiner Rede. Der Hauptgrund, warum sie hier überhaupt alle saßen “Wie ihr ja alle wisst, hat Russland uns Rache geschworen. Eine schreckliche Rache. Sie redeten über einen tödlichen Krieg. Über die Zerstörung der uns bekannten Welt.” er ließ seine Worte ein paar Sekunden nachwirken. So etwas machte er gerne, dachte James. “ich wünschte ich könnte darüber nur lachen, um euch zu beruhigen und euch zu sagen, dass Russland keine Macht dazu hat…” fuhr er dann fort, immer wieder kurze Pausen einlegend, “Doch wir alle wissen es besser. Sie können es sehr wohl tun. Vermutlich würden wir es schaffen, auch ihre Welt zu zerstören, doch wird es keiner unserer Länder heile überstehen, keine Stadt wird unzerstört da sein. Sicherlich, ein paar Einwohner werden überleben. Vielleicht die vom Land” Er sah müde aus, als hätten ihn diese Worte bereits erschöpft. Doch es war mehr als Müdigkeit, er hatte aufgehört zu hoffen. Aufgehört zu glauben, dies überstehen zu können. Der mächtigste Mann der Welt hatten verstanden, dass weder er, noch sein Volk oder überhaupt irgendein Volk diesen Krieg überstehen konnte. Er konnte den Untergang nicht in Worte fassen, doch sein Blick, seine Stimme, seine Bewegungen sprachen für sich. Wenn vorher die Atmosphäre angespannt war, dann war sie jetzt vor Anspannung zerrissen und machte der Verzweiflung Platz. “Also was jetzt” Wieder legte er eine kurze redepause ein, doch es kamen keine Vorschläge oder bemerkungen. Es war eine bedrückende Stille in dem Raum. “Wir haben keine Mittel mehr, sie zu besiegen. Uns gehen selbst die Rohstoffe aus, Waffen herzustellen. Und das trifft nicht nur auf die USA zu.” Alle nickten zustimmend “Was kommt also nach diesem Krieg. Was geschieht mit den wenigen Überlebenden? Totale Zerstörung der uns bekannten Welt. Zu schade, unsere Welt war so bequem..” Fast alle grinsten, auch wenn es nicht wirklich zum lachen war. “Nun. nach einer totalen Zerstörung gäbe es nichts mehr. Nichts um ein Gewehr oder eine Atomwaffe herzustellen. Wir wären zurück auf einem Mittelalter Level. Wir hätten nichts mehr, außer das, was die dann hoffentlich noch bestehende Natur uns gäbe. Aber mal ehrlich, Monsieur Bertreau” damit wand er sich an den französischen Vertreter, “wer von ihrem Volk wäre noch in der Lage ein Schwein zu züchten?” Dann wand er sich an den nächsten Vertreter “ oder eine Kuh?” Er fuhr fort und mit jeder Frage fixierte er einen neuen Vertreter “oder wüssten ihre Leute wie man ein Haus aus Holz baut? Oder sät? Oder welche Kräuter heilen, welche töten?” Als letztes blickte er den Vertreter der Italiener an, einen friedliebenden Typen “oder wie man ein Schwert schwingt, um seine Familie zu verteidigen?” Die Leuten in den Raum wurden unruhig. Dieses Gespräch gefiel ihnen nicht. Es war so endgültig und zeigte, dass selbst die Überlebenden sterben würden. Wieso also redeten sie über all dieses hier? “Niemand, richtig? Und das ist genau der Punkt, an dem ich ihnen gerne Premier Minister James Dutch vorstellen würde. Bisher war er wohl nur der Vertreter der langweiligen UK, stimmt’s? Nun, meine Herren, er ist der, mit der Idee, die vielleicht das menschliche Überleben sichern könnte” Super, da hatte der Präsident aber schön gesagt...James atmete einmal durch. Dann ein zweites Mal. Dann stand er auf “Meine Herren, Vertreter oder Präsidenten aller guter Länder.” Auch er machte kurz eine Pause. Konnte ja nur gut sein, wenn es der Präsident der USA immer machte “Wenn wir schon nicht den Untergang unserer geliebten Welt abwenden können, dann sollten wir wenigstens einen Plan haben, wie es dann weitergehen soll. Und wie das unser guter Herr Grant soeben erwähnt hat, könnte dies schwierig werden,wo doch keiner eine Ahnung von Anbau oder Zucht oder prinzipiell überleben hat.” Er sah die Reaktion auf dem Gesicht seines kanadischen Freundes. Er war ein äußerst intelligenter Mann und vermutlich erahnte er, worauf James hinaus wollte. “Noch bleibt uns Zeit. ich hoffe, viel Zeit. Ich hoffe fast auf hundert Jahre, ehe Russland seine volle Macht erreicht hat uns zuschlagen kann. Und wir werden die Zeit nutzen, alle usnere Kräfte auf das Kämpfen zu richten, und uns für einen Krieg bereit machen, so gut wir das vermögen. Doch nur für den Fall, dass Russland sein Versprechen einhält, sollten wir bereit dafür sein.” Nocheinmal legte er eine längere Pause ein, um die Aufmerksamkeit aller zu haben. Ich befinde mich schon sehr lange in Gesprächen mit Mr. Grant und der Regierung der UK. Wir haben uns entschieden, Großbritannien zu evakuieren und es frei zu machen von sämtlichen Einwohnern. Nun gibt es dort genügend Platz für eine Gruppe Freiwilliger, welche versuchen werden, ein neues Leben jenseits ihres alten, mit den simplesten Sachen zu führen. Zuerst werden wir alle bestehenden Städte zerstören, wie es auch nach einem Krieg wäre. Dann werden wir sie mit ein paar grundlegenden Sachen ausrüsten. Kühe, Pferde, Lebensmittel, Samen und Werkzeuge nach und nach werden wir sie dann isolieren. Sie werden in dieser zeit ihre eigene Kultur gründen. Ein Volk werden. Sie werden unberührt vom Krieg sein, denn die UK ist kein Ziel Russlands. Außerdem wird es dann niedergebrannt sein und Russland wird kaum ein niedergebranntes Land erneut runterbrennen. Sollte es nun zu der Zerstörung unserer Welt kommen gibt es ein Team von überlebenden, was uns retten kann. Sie werden uns lehren zu überleben. Und dann werden die Überlebenden des Krieges wieder stark. Wir werden uns weiter entwickeln und erneut ein großes, starkes Volk werden, was aus seinen Fehlern gelernt hat. Nur Russland und seine verbündeten Länder werden weiterhin in Schutt und Asche liegen und ihre Überlebenden werden sterben” Seine Stimme wurde mit den letzten Sätzen lauter und selbstbewusster. Nun wo er seine Rede beendet hatte, sank er wieder in sich zusammen. Er musste nun auf eine Reaktion warten. Ob die anderen Länder laut applaudierend zustimmen würden, ihre Leute dorthin schicken würden, die Engländer und Schotten, die aus ihrem Zuhause vertrieben würden aufnehmen würden oder ob sie ihn ausbuhen würden und ihn als Monster oder herzlos beschimpfen würden. Doch nichts dergleiche geschah. Einige wenige drückten ihre Zigaretten aus. Andere fingen an auf ihre Uhr zu starren. Es lag eine alles erdrückende Stille über dem Raum. Während ein paar Sekunden, die sich wie Minuten und Stunden anfühlten, geschah nichts. Niemand wusste, was er darauf sagen sollte. Dann endlich sagte jemand etwas. Doch es war nur der Mann am Mikrofon, der auf einen Handwink von Präsident Grant das Meeting für beendet erklärte. Als James Dutch langsam vom Podium schritt, hörte er, wie die Männer langsam ihre Meinungen äußerten. Sie stimmten ihm alle zu. Als er zwischen allen Tischen hindurch war, und am Ausgang stand, hatte er alle Vertreter und somit alle Länder auf seiner Seite. Mehrmals wurde ihm gratuliert und sie sagten ihm, was für ein kluger udn guter Mensch er doch war. Vielleicht war dies sogar der Höhepunkt seiner Kariere. Nun hoffte er nurnoch, dass irgendwer, irgendwo so verzweifelt oder selbstlos war, sich als Freiwilliger für diese doch so wenig entwickelte Idee bereit zu erklären. Doch alles, an das er noch denken konnte, war der Fakt dass er nun der Hauptverantwortliche für solch ein gigantisches Projekt war. Doch obwohl so viel Last nun auf seinen Schultern ruhte, ja sogar die Zukunft aller Menschen, fühlte er sich unbesiegbar und wusste, dass er es schaffen würde. Und langsam fing der Erfolg schon an,ihm zu Kopfe zu steigen.
After Doomers
Rpg
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